Hund Sancho
Hund Sancho
Die Erfahrungen eines Problem-Hundes
nach seiner Übernahme aus dem Tierheim im Oktober 2004
Hund Sancho

Willkommen auf Sancho's Website

Vorbemerkung

Diese Website ist eine ausschließlich private Internetpräsenz über einen einzelnen Hund in privatem Besitz. Links irgendwelcher Suchmaschinen und Portale etc. unter kommerziellem und gewerblichem Vorzeichen hierher sind von dort aus "irrtümlich" gesetzt worden, ohne sich um meine Zustimmung zu scheren. Ich bin weder ein Züchter noch ein Verkäufer noch ein Händler und habe diese Website - man höre und staune - ohne jedes gewerbliche Interesse erstellt.

Sancho war mein Hund. Er war ein sogenannter "Problemhund" oder auch "Mittelmeerhund". Sein Geburtsland war die Türkei. Von dort ist er über ein örtliches Tierheim im Rahmen eines Großtransportes in einem deutschen Tierheim gelandet. Er war einer von 20 Hunden seiner Art und der letzte, alle anderen Schicksalsgenossen waren bereits vermittelt, als ich ihn zum ersten Mal traf. Keiner der Hunde-Interessenten vor mir wollte ihn haben, da er über die Maßen extreme Angst und Traumatisierungssymptome zeigte. Ich habe ihn trotzdem genommen, obwohl er mein erster eigener Hund war.

Was ist ein "Problemhund"?

Angeregt durch einen Kommentar, der über die Kontaktseite übermittelt wurde, habe ich diesen Absatz nachträglich aufgenommen.
"Meiner Meinung nach gibt es keine Problemtiere, nur Menschen mit Problemen - und diese lassen sie an den Tieren aus." So lautete der Kernsatz des Kommentars.
Im Prinzip stimme ich diesem Satz zu. Zum besseren Verständnis: Sancho kam im Alter von 7 Jahren zu mir und brachte eben doch Probleme mit, die ihm von anderen, mir unbekannten Menschen zugefügt wurden. Daher wird er im Kontext dieser Internetpräsenz als Problemhund bezeichnet, zumal auch viele im Internet mit diesem Begriff suchen. Warum und welche Probleme er hatte, die ihn im Vergleich zu anderen Hunden außergewöhnlich gemacht haben, das können Sie in den Erfahrungsberichten lesen. Dann wird vermutlich auch deutlich, daß er - aus meiner Sicht, zunächst tatsächlich ein Problemhund war. Dieses Attribut hat er aber nach und nach fast abgelegt, weil er sich gut erholt hat. Jedenfalls hat er mich für seine Probleme nie verantwortlich gemacht. Zum Trost: Ich habe viele Hunde- und Katzenbesitzer/innen kennengelernt, die wirklich verantwortungsbewußt und liebevoll mit ihren Tieren umgehen, so daß kein Problemtier daraus entstehen konnte. Das gibt es also auch und das ist gut so.

Sancho ist am 31. März 2014 im Alter von 16 Jahren und 9 Monaten verstorben. Wir mußten ihn einschläfern, weil er zum Schluß so viele Probleme hatte, daß das Leben für ihn schmerzhaft und qualvoll geworden ist. Er hatte zuletzt keine Lebensqualität mehr. Sein letzter Blick aus noch lebenden Augen schien mir zu sagen: "Endlich hast Du verstanden." Sein Sterbeprozess war ruhig und friedvoll, er hat alles ohne irgendwelche Gegenwehr angenommen. Die Tierärztin und ich sind der festen Überzeugung, daß wir einem qualvollen Tod nur wenige Tage zuvorgekommen sind. Ich war von Anfang bis Ende dabei und habe ihn in seinen letzten Minuten begleitet. Es war eine Erlösung.
Ich habe beschlossen, diese Website als Erinnerung bestehen zu lassen, damit ich mich auch visuell an ihn erinnern kann. Es wird noch eine Weile emotional sehr hart sein, nehme ich aufgrund meiner Gefühle an seinem Todestag an.

Sancho war ein 60 cm hoher Schäferhund - Collie - Husky - Mischling, so genau wußte man das nicht. Zum Zeitpunkt der Übernahme am 28. Oktober 2004 war er etwa 7 Jahre alt. Er war 9 Jahre, 5 Monate und 3 Tage bei mir und erfreute sich eines - wie ich denke - schönen Hundelebens. Das war mein Ziel von Anfang an: ihm angesichts seiner vermutlich schrecklichen Kindheit und Jugend noch ein paar angenehme und angst- sowie stressfreie Jahre zu gönnen. Daß es eine so lange Zeit werden würde, hätte ich niemals für möglich gehalten.

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Warum braucht ein Hund eine Internetpräsenz?
Eigentlich garnicht, ist ja auch unsinnig. Trotzdem hatte Sancho mich zu Lebzeiten gebeten, Informationen über ihn zu veröffentlichen. Das habe ich hiermit getan, da ich ihm ja sowieso nichts abschlagen konnte. Außerdem können Sie auf diesen Seiten nicht nur etwas über die Erfahrungen des Hundes lesen, sondern auch über meine Erfahrungen als Halter.

Der letzte Eintrag mit der Überschrift "Schnellübersicht des Zustandes heute" an dieser Stelle und mit Gültigkeit bis zum 31.03.2014 lautete:

  • Sancho lebt rund um die Uhr außerhalb des Hauses, das er seit Sommer 2005 nicht mehr betreten hat. Sein Haus ist ein (einseitig) offenes 2-Mann-Zelt. Je kälter es draußen ist, umso wohler fühlt er sich, was man an seinem Verhalten merkt. 20 Grad minus (Winter 2009-2010) sind erfreulicherweise kein Problem für ihn. Wärme mag er garnicht, was uns im Sommer ziemlich zu schaffen macht.
  • Er kann jederzeit tun und lassen, was er will. Er kann kommen und gehen, wann immer er mag. Das Grundstück ist offen. Er hält sich fast durchgehend immer in der Nähe zum Grundstück auf, meist mit Blick auf das Haus. Seine Freiheit ist ihm wichtiger als alles andere.
  • Sancho ist seit seiner Entleinung im Sommer 2005 nie weggelaufen und wird es auch weiterhin nicht tun.
  • Er frißt gut (ist mit 34 kg leider etwas zu schwer) und war bis vor etwa einem ½ Jahr im wesentlichen gesund, er war bis dahin noch nie ernsthaft krank. Mittlerweile machen sich aber altersbedingte Probleme dahingehend bemerkbar, daß ihm der Bewegungsapparat zu schaffen macht. Wir mußten die Reichweite der Ausgänge drastisch kürzen und es insgesamt langsamer angehen lassen. An manchen Tagen geht es ihm wirklich schlecht und er kann kaum aufstehen. Das wird sich auch nicht mehr bessern, eher im Gegenteil. Und das trotz eines Schmerzmittels, das er mittlerweile ins Futter bekommt. Der unvermeidliche Tag kommt näher. Da er ansonsten aber organisch und mental noch erstaunlich fit ist, ist es noch nicht soweit.
    Außerdem ist er inkontinent und hört schlecht. Eine leichte Orientierungslosigkeit hie und da ist auch schon feststellbar. Ich muß stets nah bei ihm bleiben, damit er nicht in die falsche Richtung läuft.
  • Er ist trotz vorgenannter Einschränkungen stets gut drauf. Ein großer "Sportler" ist er allerdings nicht, sondern läßt es ruhig angehen. Er hat keinen Jagdtrieb.
  • Er ist nach wie vor vorsichtig, im Zweifelsfall sogar mißtrauisch und hat manchmal immer noch Angst vor Mißhandlung und um sein Leben.
  • Seiner m.E. überdurchschnittlichen Hunde-Intelligenz hat er wohl zu verdanken, daß er es überhaupt in ein deutsches Tierheim geschafft hat. Jeder Trick, den man - in bester Absicht - vermeintlich gegen seine Interessen anwendet, funktioniert nur einmal. Er hat ein sagenhaft gutes Gedächtnis.
  • Trotzdem kann man sagen, daß er sich immer mehr "entspannt", sich auch richtig freuen kann und seine Ängste zwar sehr, sehr langsam, aber weiterhin abbaut. Ganz ablegen wird er sie aber nie können.
  • Sancho ist total auf mich fixiert, trotz aller o.a. Individualismen. Ich hätte nicht gedacht, daß er sich jemals so sehr an mich binden würde.
  • Er ist ein erwachsener, reifer und erfahrener Hund mit Ecken und Kanten, eine kleine Hunde-Persönlichkeit mit eigenem "Dickkopp" und ein wirklich lieber Kerl.
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