Hund Sancho
Hund Sancho
Die Erfahrungen eines Problem-Hundes
nach seiner Übernahme aus dem Tierheim im Oktober 2004
Hund Sancho

Empfehlungen

Diese Seite enthält noch einmal in konzentrierter Form die Aussagen aus den Fazits als Empfehlungen.

Empfehlungen für den zukünftigen Halter

Sie sollten bereit sein, mit dem Hund ca. 1,5 bis 2 Stunden täglich auszugehen

Das gilt für jedes Wetter!! Auch Sturm, Schnee, Kälte, Hitze und Regen (sofern es jeweils nicht zu extrem ist; dann wird auch der Hund keine Lust haben) dürfen Sie nicht davon abbringen. Sie müssen die gemütliche Wohnung verlassen, und wenn es Ihnen noch so "stinkt"! Teilen Sie diese Zeit in mehrere Abschnitte pro Tag auf. Das gilt insbesondere für Hunde, die im Haus leben. Ich habe Hunde "kennengelernt", denen diese Selbstverständlichkeit, auch in kürzerer Form, verweigert wird. Diese Tiere tun mir leid. Deren Dasein dürfte nicht sehr angenehm sein. Spazierengehen ("Ausgang") ist ein sehr wichtiger Bestandteil im täglichen Leben eines Hundes. Er braucht das aus verschiedenen Gründen dringend!

Weitere Zeit müssen Sie aufwenden für diverse kleinere Hundemaßnahmen:

Fellpflege, Gesundheits-Checks etc.. Der Zeitansatz hierfür ist variabel, aber es muß sein.

Sie müssen bereit sein, den Hund in Ihr Leben einzubeziehen.

Sofern Sie ihn irgendwohin mitnehmen können, dürfte das kein Problem sein. Geht das aus diversen Gründen nicht (so wie bei meinem Sancho), sind Sie in Ihrer Mobilität zum Teil erheblich eingeschränkt!!! Betrachten Sie den Hund wie ein vollwertiges Familienmitglied, um das Sie sich ja auch kümmern müssen. Er ist eben kein Gegenstand, den man beliebig herumschubsen oder abstellen kann, er möchte Ihre Aufmerksamkeit und Zuwendung genauso haben wie alle anderen Angehörigen des "Rudels Familie" auch.

Sie müssen wirklich und aus tiefster Überzeugung bereit sein, GEDULD aufzubringen

Unterschätzen Sie diesen Aspekt nicht, er ist wirklich wichtig! Mit der Entscheidung, einen Hund aufzunehmen, legen Sie sich für viele Jahre fest, je nach Alter des Hundes. Wenn Sie in diesem Punkt unsicher sind, lassen Sie es lieber sein! Es kann lange bis sehr lange dauern, bis sich der Hund so verhält, wie Sie es sich wünschen. Sie müssen willens sein, einen unbefriedigenden, jedoch zu tolerierenden Zustand längere Zeit hinzunehmen, bis der Hund sich in Ihrem Sinne langsam verändert.

Fühlen Sie sich stark genug, auch gefühlsmäßig mit dem Hund durch Dick und Dünn zu gehen?

Glauben Sie mir, es wird Tage geben, gerade zu Anfang, da fühlen Sie sich ob des Zustandes des Hundes total down und mies! Das sind schlimme Tage! Da bereut man Alles! Hätte man den Hund doch nie geholt! Durch diese psychischen Täler müssen Sie durch. Und dazu braucht man innere Kraft, sonst endet das "Projekt Hund" in einem für beide Seiten schlimmen Fiasko.

Bedenken Sie, daß ein Hund auch Geld kostet

Futter (nicht nur das billige fette Standard-Dosenfutter), Hunde-Zubehör (Korb, Leine, Näpfe, Pfeife etc.), laufende und besondere Tierarztkosten (Impfungen, Untersuchungen, Zahnbehandlungen etc. sowie Extra-Kosten im Krankheitsfalle) und Steuern bezahlen sich leider nicht von allein. Wenn der Hund erst einmal da ist, können Sie diese Kosten nicht mehr abwenden, es sei denn, Sie vernachlässigen den Hund! Daher vorher genau überlegen, ob Sie diese Kosten wirklich tragen wollen und können!
Ein besonders kurioser Kostenfaktor ist der Punkt "Schuhe"! Es ist schon witzig, aber ich laufe bei den Ausgängen mit Sancho pro Jahr 2 Paar Schuhe durch! Naja, und da können eben auch noch einmal ca. 50 - 75 EURO draufgehen. Tja...

Sie sollten Ihren Hund unbedingt impfen lassen!

Aber: wie in der Humanmedizin auch, ist das Thema "Impfen von Hunden" durchaus umstritten. Hierzu habe ich einen interessanten Artikel gefunden, der die diversen Aspekte zu diesem Thema differenziert beleuchtet: Lesen Sie hier weiter.

Sie sollten Ihren Hund unbedingt versichern!

Wenn Ihr Hund den Briefträger attackiert oder den Nachbarn ins Bein beißt, ist es mit einer Entschuldigung selten abgetan. Auf den Hundebesitzer können enorme Kosten zukommen, beispielsweise für Arzt- und Krankenhausbesuche. Während Schäden durch kleine Heimtiere wie Katzen, Hamster oder Vögel in der Regel durch die private Haftpflichtversicherung abgedeckt sind, müssen Hunde separat versichert sein. Dafür gibt es spezielle Versicherungspolicen.

Experten schätzen, dass von den rund fünf Millionen Hunden in deutschen Haushalten drei Millionen ohne jeglichen Versicherungsschutz herumlaufen. "Die Besitzer dieser Hunde gehen unnötig ein hohes Risiko ein", warnt die Tierschutzorganisation TASSO e.V., "Denn wie schnell kommt ein Radfahrer durch den plötzlich vor ihm auftauchenden Hund zu Fall, oder ein Autofahrer muss für einen Hund so stark bremsen, dass ihm der Hintermann drauf fährt und vielleicht auch noch eine Massenkarambolage verursacht." Ein solcher Unfall kann extrem teuer werden. "Neben der ärztlichen Versorgung ist vielleicht auch noch eine langjährige Pflege notwendig. Kommen dann auch noch Ansprüche wegen Verdienstausfall oder Schadenersatzforderungen hinzu, kann sich der finanzielle Schaden auf mehrere Millionen Euro summieren - für die der Hundebesitzer mit seinem gesamten Vermögen und Einkommen geradestehen muss." In der Regel bedeutet das den finanziellen und wirtschaftlichen Ruin!

Lesen Sie hierzu auch einen Artikel in DIE HARKE - Nienburger Zeitung - vom 11. März 2017

Empfehlungen für die Tierschutz-Profis

Intensivieren Sie die Betreuung des/der neuen Hundehalter/s nach der Übernahme. Das gilt dann, wenn Sie wissen, daß der neue Besitzer unerfahren ist. Insbesondere bei Problemhunden ist das ein wichtiger Punkt. Die Kombination aus unerfahrenem Halter und Problemhund ist eine brisante Mischung.
Rufen Sie nach der Übernahme öfters an, wenn der Halter sich von sich aus nicht meldet. Oder schicken Sie ihm eine Email, wenn möglich. Wenn Sie merken, daß es Probleme gibt, kümmern Sie sich um den Halter. Der braucht das! Unterstützen Sie ihn solange, bis er sich stabilisiert hat. Alle diese Bemühungen kommen dem Hund zugute, glauben Sie mir das!

Nichts ist für den Hund schlimmer als ein unsicherer, zögerlicher und schwankender Hundehalter bzw. Hundehalterin. Schlimmstenfalls endet das mit dem Tod des Tieres. Sorry, aber so ist es. Die Zeit und das Personal, das Sie hierfür aufbringen müssen, sind knapp, das weiß ich. Aber Sie können dadurch eventuell erheblich Ressourcen sparen, die Sie einsetzen müßten, wenn das "Experiment" schiefgeht.
Unterm Strich lohnen sich die Bemühungen um den Hundehalter auch für das Tierheim.






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